Samstag, 19. Mai 2012

FDP:"So einen dummen Spruch kann nur ein Vollpfosten bringen"

Sowas haben'se anscheinend jahrlang gebraucht in der FDP ??

FDP-Krach um "Vollpfosten" Homburger wegen Bayern-Hass

Die von mehreren Wahlniederlagen erst etwas genesene FDP hat einen neuen internen Streitgrund: Fußball. Vize-Parteichefin Homburger gesteht unbedacht ihren Hass auf den FC Bayern, die bayerischen Parteifreunde wüten. Homburger wird zum "Vollpfosten" erklärt.
Die verweigerte Unterstützung für den FC Bayern München im Champions-League-Finale hat FDP-Politikerin Birgit Homburger deutliche Kritik aus der eigenen Partei beschert. "Ich bin stinksauer wegen dieses unsportlichen Verhaltens. Das kann nur jemand sagen, der von Sport und Fußball überhaupt nichts versteht", teilte Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) der Nachrichtenagentur dpa am Freitag mit. "Wer so etwas sagt, disqualifiziert sich selbst."

Zuvor hatte Homburger in einer dpa-Umfrage ihr Desinteresse an dem Fußballspiel zwischen dem FC Bayern und dem FC Chelsea am Samstag geäußert. "Das guck' ich nicht. Ich hasse Bayern München."
"So einen dummen Spruch kann nur ein Vollpfosten bringen", kommentierte Tobias Thalhammer, der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion in Bayern und forderte überdies Homburgers Sturz: "Frau Homburger fehlt offenbar jegliches Zeug zu einer deutschen Spitzenpolitikerin. Sie ist als stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende nicht länger tragbar und sollte sofort zurücktreten, anstatt uns das Finale dahoam zu vermiesen." Homburger habe ohne Nachdenken "Millionen bayerische Fußballfans in ganz Deutschland beleidigt. Platzverweis und Sperre für Birgit Homburger!" Mit diesem hirnverbrannten Satz habe sie sich für lange Zeit ins Abseits geschossen.

Dienstag, 15. Mai 2012

"Seehofers öffentliche Kritik: Der bayerische Löwe brüllt aus Furcht"

Seehofers öffentliche Kritik

Der bayerische Löwe brüllt aus Furcht

Von Christoph Grabenheinrich, SR, ARD-Hauptstadtstudio Berlin
Frei nach Giovanni Trappatoni könnte man fragen: Was wolle Seehofer? Erst gibt der CSU-Chef den Blockierer, will an weiteren Koalitionsgipfeln nicht teilnehmen. Kurz darauf setzt der Profi-Springteufel zur Kehrtwende an, fordert ein baldiges Spitzentreffen, um das Wahldebakel von NRW aufzuarbeiten. Das Ganze garniert mit schärfster Schelte an Umweltminister Röttgen, der es in den Augen Seehofers völlig vergeigt hat.
Den Christsozialen treibt dabei der Eigennutz. Der bayerische Löwe brüllt aus Furcht. Im kommenden Jahr wird nicht nur im Bund gewählt, sondern auch in Bayern. Seine Befürchtung: Wer nicht geneigt ist, der Union auf Bundesebene seine Stimme zu geben, dem könnte das auch in Bayern schwer fallen, wo es nicht nur wegen des veritablen Herausforderers Ude von der SPD ohnehin

Warum also nicht nachtreten?     

Getreu dem Motto: "Wer laut genug poltert, findet auch Gehör", setzt er also zur Generalattacke an, will so den Druck erhöhen, um sein Lieblingsbaby Betreuungsgeld durchzudrücken, die Energiewende zu beschleunigen, die ewig versprochenen Steuersenkungen auf den Weg zu bringen. Alles Themen, die ihm die bayerischen Wähler zutreiben sollen.
Dass das auf Kosten des Ministers der Schwesterpartei geht, stört den bekennenden Populisten nicht. Seehofer kennt Röttgens miese Beliebtheitswerte, führt ohnehin seit geraumer Zeit eine Privatfehde gegen den von ihm wenig geliebten Modernisierer in der Union. Warum also nicht nachtreten, wenn es doch populär ist?

Zustand der Koalition wird nicht besser

Zudem merkt er, dass die FDP auch auf Kosten der Union punkten konnte, die so Gefahr läuft, den Liberalen das Etikett "bürgerlich" zu überlassen. Also mal wieder die große rhetorische Keule, die ihm ohnehin am besten liegt.
Sein vorgebliches Ziel, eine bessere schwarz-gelbe Regierung in Berlin, erreicht er so wohl kaum, schlägt dafür veritable Löcher in die Luft und beweist mal wieder, dass er ein unsicherer Kantonist ist. Zur ohnehin langen Liste von Problemen der Kanzlerin fügt er so noch eins hinzu. Der von ihm kritisierte Zustand der Koalition wird dadurch nicht besser.

Korrespondent

Christoph Grabenheinrich, SRHintergrundlogo SR

Christoph Grabenheinrich, SR

Stand: 15.05.2012 16:32 Uhr

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Donnerstag, 10. Mai 2012

CDU und FDP gehen auf Distanz

05.05.2012, 09:27 Uhr
Berlin (dpa) - Kurz vor den Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gehen CDU und FDP auf Distanz. Angesichts knapper Umfragewerte zeigen sich vor allem liberale Spitzenpolitiker aus NRW offen für eine Ampelkoalition mit SPD und Grünen.
"Jede Regierung, in der die FDP liberale Inhalte durchsetzt, ist eine gute Regierung", sagte der Landesvorsitzende Daniel Bahr der "Welt am Sonntag". Spitzenkandidat Christian Lindner verwies demonstrativ auf Übereinstimmungen mit der SPD - und die sozialliberale Tradition in Nordrhein-Westfalen.
Zugleich forderte auch CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen seine Partei auf, offen für neue Koalitionsmodelle sein. "Das Lagerdenken alten Stils ist vorbei. Es passt nicht mehr in eine dynamische Zeit, die kreative Antworten erfordert", sagte der Bundesumweltminister dem "Focus". Parteien träten nicht mehr in Regierungsbündnissen an, sondern jeweils mit eigenen Inhalten. "Nach den Wahlen sind sie dann gefordert, verantwortlich mit dem jeweiligen Ergebnis umzugehen. Das wird mal diese und mal jene Konstellation ergeben."
Bei der Eröffnung des Straßenwahlkampfs in Nordrhein-Westfalen griff Lindner die Haushaltspolitik von Rot-Grün scharf an. "Hannelore Kraft beschädigt die Zukunft der jungen Generation in NRW und damit die Glaubwürdigkeit Deutschlands in Europa", sagte er am Samstag in Münster. In der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" betonte der frühere Generalsekretär hingegen ausdrücklich Gemeinsamkeiten mit der SPD.
"In Nordrhein-Westfalen gibt es die interessante Konstellation, dass sich in manchen Aspekten der Industriepolitik einerseits SPD und FDP nahestehen, andererseits CDU und Grüne. Das finde ich bemerkenswert", sagte Lindner. Zwar habe die FDP immer noch Gemeinsamkeiten mit der Union. "In NRW gibt es andererseits eine sozialliberale Tradition."
Promotion
 
Er kündigte an, auf einem Landesparteitag am 6. Mai gegebenenfalls eine Koalitionsaussage zu treffen. Bundesgesundheitsminister Bahr forderte: "Wir müssen von Wahl zu Wahl entscheiden, ob Inhalte und auch Personen zusammenpassen."
FDP-Chef Philipp Rösler ließ dagegen in der "Leipziger Volkszeitung" die Frage nach Ampelkoalitionen offen. Zugleich verteidigte er den offensiven Kampf der Liberalen um bisherige CDU-Wähler: "Wähler wollen Wettbewerb. Und in einer Koalition fusioniert man nicht, sondern bleibt eigenständig."
Umfragen sagen für die Landtagswahl in NRW am 13. Mai eine rot-grüne Mehrheit voraus. Seit Lindners Nominierung haben sich die Werte der FDP in manchen Umfragen jedoch auf vier Prozent verdoppelt, so dass ein Wiedereinzug in den Landtag nicht mehr als ausgeschlossen gilt. Sollte Rot-Grün schlechter abschneiden als erwartet, wird für diesen Fall über die Bildung einer Ampelkoalition spekuliert.
In einem Wahlaufruf stärkten die Altliberalen Hans-Dietrich Genscher, Klaus Kinkel und Gerhart Baum Lindner inzwischen den Rücken. "Wir trauen Christian Lindner zu, für unser Land Richtungsentscheidungen mitzuprägen. Die von ihm gesetzten Prioritäten sind richtig", heißt es in dem Aufruf, der am Samstag im "Kölner Stadt-Anzeiger" veröffentlicht wurde. Und weiter: "Wir setzen auf Christian Lindner, der auf seine ganz eigene, ernsthafte Art Menschen für das liberale Lebensgefühl begeistern kann, die der Politik der FDP bislang zweifelnd begegnet sind."
Lindner wertete dies klare Rückendeckung: "Das ist Bestätigung für unsere Arbeit", sagte er der Nachrichtenagentur dpa in Münster. Auch Rösler, der in dem Aufruf mit keinem Wort erwähnt wird, begrüßte den Vorstoß. "Jede Rückenstärkung für unsere Wahlkämpfer hilft der gesamten FDP, ihre Wahlziele zu erreichen", sagte er der "Bild"-Zeitung (Samstag).