Donnerstag, 31. Mai 2012

Schon wieder Selbstverbrennung in Tibet aus Protest gegen Peking

Protest gegen Besatzung durch China

Tibeterin zündet sich selbst an

Im Südwesten Chinas hat sich erneut ein Mensch aus Protest gegen die chinesische Tibet-Politik selbst angezündet. Wie der US-Sender Radio Free Asia berichtete, starb die dreifache Mutter, nachdem sie sich gestern in der Präfektur Aba in der Provinz Sichuan vor einem buddhistischen Kloster in Brand gesetzt hatte.
Die Aktivistengruppe Free Tibet bestätigte den Tod der etwa 35 Jahre alten Tibeterin. Die örtlichen Behörden wollten sich auf Anfrage nicht zu dem Vorfall äußern.
Protest von Exil-Tibetern gegen China. (Foto: dapd) Großansicht des Bildes Das Archivbild zeigt Proteste von Exil-Tibetern gegen China. Erst am Sonntag hatten sich vor einem Tempel in der tibetischen Hauptstadt Lhasa zwei Mönche selbst angezündet. Einer von ihnen starb, der andere wurde schwer verletzt. Es waren die ersten Selbstverbrennungen in Lhasa selbst. Die chinesischen Sicherheitskräfte nahmen seitdem rund 600 Tibeter fest, wie Radio Free Asia berichtete. Touristen und Pilger aus angrenzenden Regionen wurden aufgefordert, Tibet zu verlassen.

Mehr als 30 Selbstverbrennungen in einem Jahr

Innerhalb eines Jahres haben sich insgesamt mehr als 30 Tibeter aus Protest selbst angezündet, darunter zahlreiche buddhistische Mönche. China hatte in den vergangenen Monaten die Sicherheitsvorkehrungen in Tibet und anderen von Tibetern bewohnten Provinzen verschärft, nachdem es dort Proteste gegeben hatte.
China hat Tibet 1951 besetzt und kontrolliert die autonome Region sowie die anliegenden Provinzen mit harter Hand. Die Tibeter klagen seit Jahrzehnten über soziale und religiöse Diskriminierung. Ihr geistliches Oberhaupt, der Dalai Lama, wirft der chinesischen Regierung "kulturellen Völkermord" vor. Peking seinerseits beschuldigt ihn, nach der Loslösung Tibets von China zu streben.

 Ruth Kirchner, ARD-Hörfunkstudio Peking 31.05.2012 09:20 | 1'05

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Stand: 31.05.2012 09:06 Uhr

Dienstag, 29. Mai 2012

Syrien: UN Sicherheitsrat hätte von Anfang an Aufgeschlossenheit für Möglichkeiten einer militärischen Intervention bewahren müssen !!!

= Doch die angebliche Welt-Polizei erlaubt sich genau das:

Und schon vor längerer Zeit hätten die Verantwortlichen der deutschen
Enthaltung bei der Lybien-Resolution zurücktreten müssen !!!

Nicht nur ich würde gern wissen,ob denn auf die syrischen Botschafter
überhaupt versucht wurde positiv einzuwirken ???

= Diese sollten sich besinnen und erklären,dass sie nicht mehr in ihr
Heimatland Syrien zurückkehren wollen !!!
Mit herzlichen Grüßen Thomas Karnasch
Syrien Al Hula

Nach Massaker in Syrien

Hollande denkt über UN-Militäreinsatz nach

Wegen der anhaltenden Gewalt in Syrien müssen immer mehr Menschen ihre Städte und Dörfer verlassen. Die Zahl der Flüchtlinge liege bei einer halben Million und habe sich seit Inkrafttreten des Waffenstillstands am 12. April mehr als verdoppelt, teilten die Vereinten Nationen in Genf mit.
Währenddessen machte die UNO regimetreue Kämpfer für zahlreiche Todesopfer beim Massaker im syrischen Hula verantwortlich. Der Leiter der UN-Friedensmission, Hervé Ladsous, sagte in New York, es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass außenstehende Gruppen in das Massaker verwickelt gewesen seien, schloss dies aber auch nicht aus.
Die syrische Regierung hatte "bewaffneten Terroristen" die Schuld an dem Blutbad gegeben, bei dem nach UN-Angaben am Freitag 108 Menschen ums Leben gekommen waren, darunter 49 Kinder und 34 Frauen. Die meisten der Opfer wurden demnach aus nächster Nähe erschossen.

Hollande schließt UN-Einsatz nicht aus

Frankreichs Präsident Francois Hollande (Foto: AFP) Großansicht des Bildes Frankreichs Präsident Francois Hollande schließt einen UN-Militäreinsatz in Syrien nicht aus. Nach dem Massaker von Hula schließt der französische Präsident François Hollande einen UN-mandatierten Militäreinsatz in Syrien nicht aus. Eine bewaffnete Intervention sei nicht ausgeschlossen, vorausgesetzt sie beachte das Völkerrecht und erfolge mit Zustimmung des UN-Sicherheitsrats, sagte er im Fernsehsender France 2. "Es ist an mir und anderen, die Russen und Chinesen zu überzeugen", fügte er hinzu. Beim Besuch des russischen Präsidenten am Freitag in Paris, werde er mit ihm über die Notwendigkeit sprechen, die Strafmaßnahmen gegen Syrien nochmals deutlich zu verschärfen.

Das Weiße Haus lehnt trotz des Massakers eine militärische Operationen in Syrien ab. "Wir glauben, dass dies nur zu einem noch größeren Chaos, zu einem noch größeren Blutbad führen würde", sagte der Sprecher des US-Präsidenten Barack Obama, Jay Carney. Gleichwohl bereite die Regierung in Washington gemeinsam mit ihren Verbündeten weitere Schritte gegen das syrische Regime vor. Um welche Art von Maßnahmen es sich dabei handeln könnte, wurde nicht genannt. Die koordinierte Ausweisung syrischer Diplomaten durch die USA und mehrerer europäischer Länder sei ein Zeichen der "absoluten Empörung" der internationalen Gemeinschaft gewesen, sagte Carney.

Staaten weisen syrische Botschafter aus

Gestern hatten Frankreich, Deutschland und mehrere weitere EU-Staaten sowie die Schweiz, USA, Kanada und Australien syrische Botschafter und Spitzendiplomaten ausgewiesen. Der belgische Außenminister Didier Reynders teilte allerdings mit, der syrische Botschafter in Brüssel könne nicht sofort ausgewiesen werden, weil er zugleich Botschafter bei der Europäischen Union sei und es unter den 27 EU-Staaten kein einstimmiges Votum für seine Ausweisung gebe.


Der vom früheren UN-Generalsekretär Kofi Annan vermittelter Plan für eine Waffenruhe war bereits vor sechs Wochen in Kraft getreten, die Gewalt hält aber an. In Syrien tobt seit etwa 14 Monaten ein Aufstand gegen die Regierung, bei dem mehr als 10.000 Menschen ums Leben gekommen sind.
Stand: 30.05.2012 05:30 Uhr

Freitag, 25. Mai 2012

Neues Gedicht: Grass kritisiert Griechenland-Politik

Neues Gedicht: Grass kritisiert Griechenland-Politik

München (dpa) - Knapp zwei Monate nach seinem umstrittenen israelkritischen Gedicht geht Literaturnobelpreisträger Günter Grass (84) in neuen Versen mit Europas Griechenland-Politik hart ins Gericht.
Das Gedicht, das an diesem Samstag in der "Süddeutschen Zeitung" erscheint und der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, trägt den Titel "Europas Schande". Grass beklagt darin, dass Griechenland "als Schuldner nackt an den Pranger gestellt" und "unter Schrottwert taxiert" werde. Es sei ein "rechtloses Land, dem der Rechthaber Macht den Gürtel enger und enger schnallt".
Das Gedicht besteht aus zwölf je zweizeiligen Strophen. Grass spricht darin Europa direkt an. Das Werk beginnt mit den Zeilen "Dem Chaos nah, weil dem Markt nicht gerecht, bist fern Du dem Land, das die Wiege Dir lieh". Griechenland werde "abgetan": "Als Schuldner nackt an den Pranger gestellt, leidet ein Land, dem Dank zu schulden Dir Redensart war."
Der Autor beklagt, dass Griechenland zur Armut verurteilt sei, ein "kaum noch geduldetes Land". Europa wirft er vor, dem Land den Giftbecher zu trinken zu geben: "Sauf endlich, sauf! schreien der Kommissare Claqueure, doch zornig gibt Sokrates Dir den Becher randvoll zurück", schreibt Grass unter Anspielung auf den griechischen Philosophen Sokrates, der nach einem Todesurteil den Schierlingsbecher getrunken hatte.
Grass spielt offenbar auch auf die deutsche Besatzung Griechenlands im Zweiten Weltkrieg an: Diejenigen, die das Land mit Waffengewalt heimgesucht hätten, "trugen zur Uniform Hölderlin im Tornister". Zum Schluss warnt der Dichter Europa vor einem Götterfluch und mahnt: "Geistlos verkümmern wirst Du ohne das Land, dessen Geist Dich, Europa erdachte."
Promotion
In seinem Anfang April - ebenfalls in der "Süddeutschen Zeitung" - veröffentlichten Gedicht "Was gesagt werden muss" hatte Grass Israel vorgeworfen, als Atommacht den Weltfrieden zu gefährden. Der Iran sei von einem atomaren Präventivschlag durch Israel bedroht, der das iranische Volk auslöschen könne. Das Gedicht hatte international für Empörung gesorgt und Grass den Vorwurf des Antisemitismus eingetragen. Israel hatte den Autor zur unerwünschten Person erklärt. Grass sah eine Kampagne gegen sich.
Günter Grass war mit seinem Roman "Die Blechtrommel" (1959) weltbekannt geworden. 1999 erhielt er den Literaturnobelpreis. Grass galt lange als moralische Instanz in Deutschland. Sein spätes Eingeständnis (2006 in seinem autobiografischen Werk "Beim Häuten der Zwiebel"), dass er kurz vor Kriegsende bei der Waffen-SS war, brachte ihm jedoch den Vorwurf ein, viel von seiner moralischen Glaubwürdigkeit verspielt zu haben.

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