Dienstag, 23. Juli 2013

Widerspruch: Aussagen von Finanz- und Wirtschaftswissenschaftlern und anderer Experten sind grundsätzlich als Bestandsaufnahme zu werten!

Denn diese verstehen in der Regel kaum was von Soziologie,von Gesellschaft,
von Gesellschafts-Politik!
2.
Sind diese und jene Experten nicht selten mehr oder weniger von der Politik
abhängig und halten sich so im Grunde zu oft mit ihren Erkenntnissen zurück.
3.
Bilden die Finanz- und Wirtschaftswissenschaften in der Regel sowas wie ein
eigenes System,in dem es jeweils natürlich auch zwangsläufig da und dort
mitunter an wirklicher Meinungsfreiheit mangelt.

Nach meiner Erinnerung war es Ex-EZB-Trichet,der diesen schwachsinnigen
Satz unter die Öffentlichkeit gebracht hat:"Geld ins System pumpen."
= Weil auch Jean-Claude Trichet ganz offensichtlich von Anfang an
keinerlei Plan hatte.Möglicherweise war Trichet sich zudem sicher,dass
Medien diesen Schwachsinn würden unkritisch weiter verbreiten.

Einen weiteren Politiker-Schwachsinn haben Medien offensichtlich ähnlich
unkritisch unter die Menschen gebracht:"Ohne Deutschland und Frankreich
geht es nicht." Jetzt würde wohl eine Karikatur ganz gut passen,wo ein
Politiker mit dem Vorschlaghammer auf ein Gebilde eindrischt,auf dem
Demokratie steht.
= Ohne das Menschen sowas oft unmittelbar bemerken,kann sowas bzw.
hat sowas auch was von einer schleichenden Entmündigung!
= Alle Mitbürgerinnen und Mitbürger der Europäischen Union MÜSSEN im
Grunde das gleiche Stimmrecht haben!
Auch da muss also möglichst umgehend ein "Geburtsfehler" korrigiert werden!

Besonders der bundesdeutsche Finanzminister und dessen Regierungs-Chefin
tun gut daran,dass nachzuholen,was hätte auch schon längst folgen müssen!
Ein mindestens stark angeglichenes Steuersystem in Europa,in der Europäischen
Union,in der Euro-Union!
= Mit ernsthaft vernünftiger Besteuerung der Best-Verdiener und der
Millionen-Vermögen!

= Wenn die Trichet,Juncker,Draghi,Barroso,van Rompuy,Schulz,Lagarde,
Merkel & Co das nicht eingefordert haben,dann ist ein sofortiger
Rücktritt bzw. das Ende aller politischen Tätigkeiten unumgänglich !!!
Warum wurden Adlige in den vergangenen Jahrhunderten als Blaublüter
bezeichnet ??
Weil sie ihre Mägde,Butler,Knechte und anderes Gefolge hatten und es
nicht selten entsprechend versäumten,sich susreichend zu bewegen!
Was zu Sauerstoffmangel im Blut führte und dieses dadurch bläulich
werden ließ.
= Siehe das mitunter schaurige Verhalten von Super-Reichen und offen-
kundigen Gerne-Herrschern in Frankreich,nach der per Gesetz verordneten
höheren Besteuerung der Spitzeneinkommen und Vermögen dort!
Was natürlich letztendlich auch die Bildungssysteme infrage stellt!

= Reportage über das Neu-Early-Land Sylt(eigentlich nur eine kleine Insel).
Handwerker sinngemäß: je reicher desto knausriger - über Kosten zu
verhandeln gilt in diesen Kreisen dort eher als schick.
Übermäßiger Rechtum macht also schlimmstenfalls irgendwie dümmlicher ??

Diese und jene Superreichen müssen also mehr oder weniger an die Hand
genommen werden,um ihnen das eine oder andere von der lebenswichtigen
Menschlichkeit näher zu bringen!

= Bevor es nicht diese und weitere notwendige Veränderungen gegeben hat,
kann es eben logischerweise keine endgültige Auffassung in die eine oder
andere Richtung geben !!!
Mit herzlichen Grüßen Thomas Karnasch

P.S. Auch EZB-Draghi zeigt sich umfassend geständig:
Als italienischer Staatsbürger hatte er ein persönliches Interesse daran,dass
italienische Staatsanleihen aufgrund der weitestgehend von Berlusconi
verursachten Finanz- und Wirtschaftsmisere dort aufgekauft werden.
Und damit auch dieser Missbrauch möglichst nicht auffällt,haben die Merkel
und Sarkozy und Berlusconi offensichtlich nur zu gern mitgemacht.

Montag, 22. Juli 2013

Auch Finanzminister Schäuble muss endlich zurücktreten! - „Nichts ist durch Draghis Maßnahmen besser geworden“


„Nichts ist durch Draghis Maßnahmen besser geworden“

von Marcus Preu
Warum die Politik des billigen Geldes keines der Probleme im Euro-Raum geklärt hat und warum er sich weiterhin Sorgen um den Euro macht, erläutert der Ökonom und Buchautor Matthias Weik im biallo.de-Interview.
Fünf Fragen an: Matthias Weik (Buchautor) „Nichts ist durch Draghis Maßnahmen besser geworden“
Matthias Weik, Finanzstrategieberater
Biallo.de: Helmut Schmidt sagte letzten Monat in Frankfurt „Der Euro muss nicht gerettet werden“. Können Sie da widersprechen, immerhin hat das Wort des Altkanzlers und anerkannten Ökonomen beträchtliches Gewicht?

Matthias Weik: Ohne Zweifel ist Helmut Schmidt ein weiser Mann, doch in diesem Punkt muss ich ihm deutlich widersprechen. Erstens wird der Euro bereits seit einiger Zeit durch die Politik und die EZB gerettet - erst vor kurzem hat EZB-Direktor Asmussen in einem FAZ- Interview zugegeben, dass der Euro im Sommer 2012 vor dem chaotischen Zerfall durch enorme Interventionen der EZB gerettet wurde. Zweitens würde der Euro ohne die Stützungsmaßnahmen der Politik und der EZB schon längst nicht mehr existieren. Ferner stelle ich mir die Frage: Was ist der Euro für ein Geld, das man retten muss? Geld das man retten muss ist für mich kein Geld!

Biallo.de: Teilen Sie die Einschätzung, dass Mario Draghis Politik, auch die des billigen Geldes, die Euro-Zone deutlich stabilisiert hat?

Matthias Weik: Wenn ich mir die gesamtwirtschaftliche Situation anschaue, muss ich Ihnen ganz klar sagen: Nein! Seit Beginn der Krise wurde nur teuer Zeit erkauft und kein Problem nachhaltig gelöst. Zusammengefasst kann man nur den Protagonisten bestätigen, dass sie volkswirtschaftliche Schadensmaximierung betrieben haben - auf Kosten von uns allen. Die Krise entstand auf Grund des vielen billigen Geldes und Herr Draghi bekämpft die Krise mit noch mehr billigem Geld – dies wird niemals funktionieren. Wenn wir uns die volkswirtschaftlichen Daten der EU-Länder anschauen, müssen wir feststellen, dass ein Großteil bereits in einer gravierenden Rezession steckt und nichts, aber auch gar nichts durch Herrn Draghis Maßnahmen besser geworden ist.
 

„Wir alle werden schleichend enteignet“

Ganz im Gegenteil: Die Lage, vor allem in der Südperipherie, hat sich massiv verschlimmert und die Arbeitslosenzahlen sind in Rekordhöhen geschnellt wie zuletzt in der Weimarer Republik. Das einzige, was Herr Draghis Maßnahmen bewirkt haben ist, dass die Banken sich noch mehr mit billigem Geld vollgesogen haben und noch „systemrelevanter“ geworden sind. Herrn Draghis Maßnahmen sind ein Geschenk für die Banken auf Kosten der Bevölkerung, denn durch die gegenwärtige Niedrigzinsphase werden wir alle schleichend enteignet!

Biallo.de: Zuletzt gab es Turbulenzen in Portugal. Wo sehen Sie regional derzeit die größten Gefahren für den Euro? Haben sich die Gefahrenherde verschoben?

Matthias Weik: Es gibt nicht nur Turbulenzen in Portugal. In den Niederlanden ist die Immobilienblase geplatzt und der gesamte Süden Europas ist de facto bankrott und wird seine Schulden niemals bezahlen können – ein Schuldenschnitt von Ländern wie Griechenland, Portugal und Spanien ist nur eine Frage der Zeit. Auch wenn die Bundesregierung und vor allem Herr Schäuble dies nicht gerne hören und wahrhaben wollen: Aber der Schuldenschnitt ist unumgänglich und wird kommen! Die Brandherde wechseln sich ständig ab: Griechenland, Irland, Zypern, dann Portugal und jetzt wieder Griechenland...

Kaum ist ein Feuer gebannt, entfacht die Krise woanders wieder neu. Spannend wird es jetzt für den Euro, da mittlerweile die Wirtschaft in Italien und Frankreich in einer tiefen Rezession steckt. Kommt eines dieser beiden Länder in gravierende Probleme wird dies der Sargnagel für den Euro sein.
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"99 Prozent der Bevölkerung sind die Opfer und ein Prozent die Täter"
Biallo.de: Die diesen Monat zur Bundestagswahl zugelassene Alternative für Deutschland (AfD) will das Euro-Währungsgebiet in einem mehrjährigen Übergangsprozess auflösen. Andererseits, so die AfD, wären ja bereits mit dem Ausscheiden der Südländer die größten Spannungen im Eurogebiet abgebaut. In dieser Logik bräuchte es ja keine Abschaffung des Euro mehr, oder?

Matthias Weik: Wenn die AfD das meint, ist das schön für sie. Ich sehe das etwas anders. Wir müssen viel tiefer gehen: Wir haben bei den Recherchen für unser Buch leider feststellen müssen, dass in der Vergangenheit alle ungedeckten Papiergeldsysteme und Währungsunionen immer gescheitert sind. Der Euro ist ein ungedecktes Papiergeldsystem, welches auf Zinseszins beruht und somit exponentiell wächst. Leider können wir auf unserer wunderschönen Welt nicht exponentiell wachsen, da unsere Rohstoffe begrenzt sind. Somit hat ein jedes ungedecktes Papiergeldsystem, das auf Zinseszins beruht, rein mathematisch eine begrenzte Lebensdauer. Der Euro wird scheitern und ist eigentlich schon gescheitert. Denn Geld, das man retten und stützen muss, ist kein Geld! Mit den oben genannten Maßnahmen würde die AfD lediglich die volkswirtschaftliche Schadensmaximierung verlängern, den Crash unseres Finanzsystems aber nicht aufhalten. Wir brauchen einen radikalen Kurswechsel.
 

„Griechen und Iren haben unsere Banken gerettet“

Biallo.de: Widersprechen Sie, wenn man Sie als unsolidarisch bezeichnen würde – unsolidarisch gegenüber den wirtschaftlich am schwächsten dastehenden Ländern der Euro-Zone?

Matthias Weik: Ich weiß nicht, wieso ich persönlich unsolidarisch gegenüber den am schwächsten dastehenden Ländern sein sollte. Wir sollten einmal genau betrachten, was in den letzten Jahren passiert ist: Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass nicht wir beispielsweise Griechenland und Irland gerettet haben, sondern die Griechen und Iren haben unsere Banken und Versicherungen gerettet. Die Rettungspakete für die Länder waren nichts anderes als versteckte Bankenrettungspakete. Wären wirklich die Milliarden in die Länder geflossen, würde es dort nicht so verheerend aussehen. Wenn wir uns die Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland mit knapp 65 Prozent und in Spanien mit über 57 Prozent anschauen, sollten wir uns fragen, wie lange wir das gegenwärtige Spiel noch spielen wollen. Hier wird eine ganze Generation für ein jetzt schon gescheitertes Währungsexperiment verbrannt.

Wenn wir solidarisch sein möchten, sollten wir den Ländern erlauben, die Eurozone zu verlassen. Dann müssen wir ihnen ihre Schulden erlassen und um den Europäischen Gedanken aufrecht zu erhalten, müssen wir ihnen mit so etwas wie einem Marshall-Plan helfen, wieder auf die Beine zu kommen und eine nachhaltige und wertschöpfende Wirtschaft aufzubauen. Alles andere wird in einer Katastrophe enden.
Zur Person

Matthias Weik (37) ist Bachelor of International Business und betreibt in Stuttgart eine Finanzstrategieberatung. Zusammen mit Marc Friedrich hat er das Buch „Der größte Raubzug der Geschichte“ (Tectum Verlag, Marburg) geschrieben, das seit knapp einem Jahr in allen wichtigen deutschen Bestsellerlisten vertreten ist.

Sonntag, 14. Juli 2013

Verdächtig: Machthaber aus Deutschland und den USA fordern Freilassung von Ex-Präsident Mursi

Da gibt es offenbar genug Anhaltspunkte,Mohamed Mursi weiter unter Hausarrest
zu stellen! Aber sowohl in Deutschland als auch in den USA ist Machtmissbrauch
sicherlich kein Relikt aus dem letzten Jahrhundert!

Die US Administration demoliert im Fall Snowden weiter die Demokratie.
Die Europäische Union sollte Edward Snowden in Brüssel Asyl anbieten!
Und den USA mit dem freundschaftlichen Rat die Hand reichen,dass es so
eben nicht geht und das einiges neu überdacht werden MUSS !
= Die US Justiz muss jetzt endlich ein Ermittlungs-Verfahren besonders gegen
Ex-Vizepräsident Dick Cheney einleiten!
Mit herzlichen Grüßen Thomas Karnasch
  1. Pressefreiheit: Reporter ohne Grenzen gegen Muslimbrüder ...

    www.sueddeutsche.de/.../feinde-der-pressefreiheit-reporter-ohne-grenzen-g...
    03.05.2013 - Mohammed Mursi im April 2013 - mit der Muslimbruderschaft steht nun ... in Ägypten dazu nutzten, Herausgeber und Chefredakteure staatlicher Zeitungen durch genehme Gefolgsleute zu ersetzen und Journalisten zu bedrohen und einzuschüchtern. Außerdem überziehe der von Präsident Mursi ernannte ...

  2. Muslimbrüder in Ägypten - Mursi tauscht zehn Minister aus - Politik ...

    www.sueddeutsche.de/.../muslimbrueder-in-aegypten-mursi-tauscht-zehn-m...
    06.01.2013 - Ägyptens Präsident Mursi hat sein Kabinett umfassend umgebaut. ... Ersetzt wurden unter anderem Finanz-, Innen- und Verkehrsminister. Schon Ende ... Versenden; Diskutieren; Feedback an Redaktion; Kurz-URL kopieren ...

  3. Justiz-Coup in Ägypten - Mursis Machterweiterung löst Entrüstung aus

    www.sueddeutsche.de/.../justiz-coup-in-aegypten-mursis-machterweiterung...
    23.11.2012 - Gerade noch hatte Ägyptens Präsident Mursi wegen seiner Vermittlerrolle im Gaza-Konflikt ... Mahmud werde durch Talaat Ibrahim Abdallah ersetzt. ... Versenden; Diskutieren; Feedback an Redaktion; Kurz-URL kopieren ...

Ägypten: Mursi stellt sich über die Justiz | meta.tagesschau.de

meta.tagesschau.de/id/67297/aegypten-mursi-stellt-sich-ueber-die-justiz
22.11.2012 - Ägyptens Präsident Mursi hat seine Macht deutlich ausgebaut. ... mursi hat sich durch seine rolle im israel-gaza waffenruheprozess bei den westmaechten sehr beliebt gemacht. jetzt ... Das grenzt an Machtmissbrauch!

Mursis Wende | Telepolis - Heise Online

www.heise.de › TelepolisPolitikOrient
08.12.2012 - Der ägyptische Präsident Mursi reaktiviert ein Dekret, das dem Militär Polizeiaufgaben überträgt. ... und damit große Möglichkeiten zum Machtmissbrauch. ... Edward Snowden hat die Überwachung der Kommunikation durch ...

Washingtons Islamisten-Strategie gerät durch Mursis Sturz in die Krise

F. William Engdahl

Das schnelle Eingreifen des ägyptischen Militärs, das am 3. Juli Mohammed Mursi und führende Mitglieder der Muslimbruderschaft verhaftete, bedeutet einen herben Rückschlag für Washingtons Strategie des »Arabischen Frühlings«, mit dem der politische Islam dazu benutzt werden sollte, im gesamten ölreichen Nahen und Mittleren Osten bis hin nach China und Russland politisches Chaos zu verbreiten.


Mursi lehnte die Forderung des Verteidigungsministers ab, zurückzutreten, um ein Blutbad zu verhindern. Er »halte an seiner von der Verfassung garantierten Würde fest«, betonte er und forderte die Aufhebung des von der Armee gestellten Ultimatums. Vielleicht werden Historiker später einmal in der jüngsten Entwicklung den entscheidenden Wendepunkt im Niedergang Amerikas als einzige Supermacht der Welt erkennen.

Ein Jahr, nachdem die ominöse Muslimbruderschaft in Ägypten an die Macht gekommen war, ihren Mann Mohammed Mursi als Präsidenten eingesetzt und die Mehrheit im Parlament übernommen hatte, schritt nun das Militär des Landes ein, während Millionen von Menschen gegen Mursis Einführung des strengen islamischen Rechts demonstrierten und wegen der anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Lage auf die Straße gingen. Angeführt wurde der Putsch von Verteidigungsminister und Armeechef General Abdul Fattah al-Sisi, der erst im vergangenen Jahr als gläubiger Muslim und ein der jüngeren Generation angehörender General von Mursi in sein Amt berufen worden war. Er wurde in Washington von der Führung des Pentagon ausgebildet und genoss dort hohes Ansehen. Dass er nun den Putsch anführt, zeigt, wie sehr die Muslimbruderschaft in Ägypten abgelehnt wird. Am Abend des 3. Juli gab al-Sisi bekannt, der Präsident des Verfassungsgerichts werde als Übergangspräsident fungieren und eine Übergangsregierung aus Technokraten bilden, die das Land bis zu baldigen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen führen wird. Flankiert wurde er von Vertretern der christlichen und weltlichen Opposition sowie führenden Muslimen. Al-Sisi betonte, das Bemühen der Armee um Dialog und Versöhnung im Land werde von allen Fraktionen begrüßt, von Präsident Mursi und seiner Muslimbruderschaft jedoch abgelehnt.

Unmut gegen die USA

Der vielleicht wichtigste Aspekt der Mobilisierung von Demonstranten, die dann in der Entscheidung des Militärs kulminierte, die Herrschaft im Land zu übernehmen, war der klar gegen Washington gerichtete Ton der Straßenproteste. Demonstranten trugen handgemalte Plakate gegen Obama und seine Botschafterin in Kairo, Anne Patterson, die der Muslimbruderschaft freundlich gesonnen ist.

Ein besonderes Ziel der Proteste war die Kairoer US-Botschafterin Anne Patterson. Am 18. Juni hatte sie sich negativ über die Demonstranten gegen Mursi geäußert. An die Ägypter gerichtet sagte sie: »Viele behaupten, Demonstrationen brächten bessere Ergebnisse als Wahlen. Aber ehrlich gesagt sind meine Regierung und ich da äußerst skeptisch.« In einem Interview mit der ägyptischen Ahram Online im Mai hatte sie noch offener Stellung bezogen. Damals vermied sie kritische Äußerungen über Mursi und betonte: »Tatsache ist, sie haben einen regulären Wahlkampf geführt und die Wahl gewonnen. Natürlich ist es immer eine Herausforderung, mit einer neuen Regierung umzugehen. Aber auf der zwischenstaatlichen Ebene arbeiten wir noch immer mit denselben Vertretern militärischer und ziviler Institutionen zusammen, halten also die seit Langem bestehenden Beziehungen aufrecht.«

Das Eingreifen des Militärs erfolgte gegen die ausdrückliche Intervention von US-Präsident Obama und des Vorsitzenden der Joint Chiefs of Staff, General Martin Dempsey. In der Hoffnung, die Krise zwischen Regierung, Militär und der Protestbewegung zu entschärfen, telefonierte Obama mit dem ägyptischen Präsidenten, während sich Dempsey telefonisch mit Generalstabschef Sedki Sobhi in Verbindung setzte. Jetzt steht Obama ziemlich dumm da.

Der saudische König Abdullah und die Führung der konservativen Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) – mit Ausnahme des Emirs von Katar, der der Muslimbruderschaft nahesteht – haben das Einschreiten des Militärs in Ägypten begrüßt. Die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA verbreitete eine offizielle Erklärung des Königs: »Im Namen des Volkes von Saudi-Arabien und auch persönlich beglückwünsche ich Sie zu der Führung Ägyptens in dieser entscheidenden Periode seiner Geschichte. Wir beten zu Gott, dass er Ihnen beistehen möge, der Ihnen übertragenen Verantwortung gerecht zu werden und die Ziele unseres Brudervolks Ägypten zu erreichen«.

Ein Nachrichtenblog, dem Nähe zu israelischen Militär- und Geheimdienstkreisen nachgesagt wird, behauptet, das ägyptische Militär habe mit der stillschweigenden Unterstützung Saudi-Arabiens und anderer konservativer Golfstaaten gehandelt. Laut diesen Berichten würden Saudi-Arabien und die VAE die Defizite im ägyptischen Verteidigungshaushalt ausgleichen, falls die Regierung Obama die jährlichen Hilfszahlungen von 1,3 Milliarden Dollar an das ägyptische Militär aussetzen sollte. Außerdem heißt es, Saudi-Arabien, die VAE und andere Golfstaaten wie Bahrain und Kuwait »würden umgehend substanzielle Mittel zur Unterstützung der ägyptischen Wirtschaft aufwenden. Den Massen in Ägypten solle gezeigt werden, dass ihnen in einer gut geführten Wirtschaft ein minimaler Lebensstandard garantiert würde, bei dem niemand hungern müsste wie unter der Regierung der Muslimbruderschaft. Unseren Quellen zufolge haben die Saudis und die VAE Unterstützung in Höhe der Zuwendungen versprochen, die Katar im vergangenen Jahr an die Muslimbruderschaft in Kairo überwiesen hatte – die enorme Summe von 13 Milliarden Dollar.«

Ob der Bericht über versprochene Hilfen nun zutrifft oder nicht, das Einschreiten des Militärs in Ägypten sendet Schockwellen durch die gesamte islamische Welt. Vor einer Woche, als die Massenproteste in Ägypten immer stärker wurden, übergab Scheich Hamad al-Thani von Katar, der die Muslimbruderschaft offen unterstützt, die Regierung an seinen als gemäßigt geltenden 33-jährigen Sohn. Der Sohn entließ umgehend den bisherigen Premierminister Scheich Hamad ibn Dschasim, der ebenfalls den Muslimbrüdern freundlich gesonnen ist. Während Mursis Amtszeit hatte Katar rund acht Milliarden Dollar an Ägypten gegeben, und der geistliche Führer der Muslimbrüder, Yusuf al-Qaradawi, lebt seit Jahrzehnten in Doha, von wo aus er seine oftmals kontroversen Predigten hält. Katars regierungseigenem Nachrichtenkanal Al-Dschasira ist in den letzten Jahren vorgeworfen worden, sich von einem angesehenen unabhängigen arabischen Nachrichtensender zu einer parteilichen Stimme der Muslimbruderschaft gewandelt zu haben. Bedeutsamerweise bestand eine der ersten Maßnahmen des ägyptischen Militärs darin, das Büro der Al-Dschasira in Kairo zu schließen.

Die Niederlage der Muslimbruderschaft in Ägypten wird auch die Türkei mit der AKP und Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan erschüttern. Erdoğan ließ Massenproteste von der Polizei unter Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern beenden. Zuvor hatte er zugelassen, dass die Türkei als Sammelpunkt für die Entsendung von hauptsächlich durch Katar finanzierten Söldnern nach Syrien genutzt wurde, die die Regierung von Baschar al-Assad stürzen und durch eine Regierung der Muslimbruderschaft ersetzen sollten. Noch kurz vor seinem Sturz hatte Mursi zum Heiligen Krieg aufgerufen, um Assad zu stürzen.

Jetzt stellt sich die entscheidende Frage: Wie wird Obama auf den Kollaps von Washingtons Arabischem Frühling reagieren? Der Arabische Frühling von gestern ist für Washington zum Albtraum eines sibirischen Winters geworden.