Sonntag, 7. April 2013

Prognos-Studie: Euro-Austritt der Krisenländer könnte 17 Billionen kosten

Und wieviel kostet der beinah nazistische Austritts-Populismus durch

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Prognos-Studie Euro-Austritt der Krisenländer könnte 17 Billionen kosten

Was kostet es, wenn Länder wie Griechenland aus dem Euro austreten? Genau weiß es natürlich keiner, aber ein Wirtschaftsforschungsinstitut hat jetzt im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung mal nachgerechnet. Die Erkenntnis: Unter Umständen ist der Schaden für Deutschland größer als für die Länder, die austreten.
Mit der Idee eines Ausstiegs Griechenlands aus der Euro-Zone hatten immer wieder deutsche Politiker geliebäugelt: Markus Söder (CSU) etwa, Bayerns Finanzminister, hielt im Juli den Austritt für "zwangsläufig". Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) befand sogar, ein Ausstieg habe längst "seinen Schrecken verloren".
Nun zeichnet eine Studie der Bertelsmann-Stiftung mal ein völlig anderes Szenario: Bei einem Austritt Griechenlands aus dem Euro hätten die wichtigsten Volkswirtschaften bis 2020 einen Verlust von 674 Milliarden zu tragen. Ein Ausstieg der Euro-Länder Spanien, Italien, Griechenland und Portugal könnte sogar bis zu 17,2 Billionen Euro an Wachstumsverlusten führen, schreibt die Stiftung.
Das höchste Minus beliefe sich in Frankreich auf 2,9 Billionen Euro, in den USA auf 2,8 Billionen Euro, der Verlust in China auf 1,9 und in Deutschland auf 1,7 Billionen Euro. Die wirtschaftlichen Einbußen in Deutschland wären dann mit 21.000 Euro pro Kopf teilweise noch höher als etwa in Griechenland mit mehr als 15.000 Euro.

"Für die europäische Solidargemeinschaft kaum verkraftbar"

"Wir müssen jetzt in der aktuellen Situation unbedingt den Ausbruch eines Flächenbrandes verhindern", warnte Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung. Durch das Ausscheiden Griechenlands oder Portugals würden die Märkte verunsichert und die Risiken so drastisch, dass eine weitere Erosion der Euro-Zone unvermeidlich wäre. Auch die Belastungen des Austrittes für die Länder selbst seien für die europäische Solidargemeinschaft kaum verkraftbar, behauptete De Geus.
Zwar wäre ein isolierter Austritt Griechenlands und sein Staatsbankrott ökonomisch verkraftbar, so das Fazit der Analysten. Der Ausstieg könnte aber die Weltwirtschaft in eine tiefe Rezession stürzen, die dann auch nicht-europäische Volkswirtschaften wie die USA und China treffen würde.
Die Studie basiert auf Berechnungen des Basler Forschungsinstituts Prognos. Es analysiert unter der Annahme eines griechischen Euro-Austritts sowohl finanzielle Folgen als auch Wachstumsverluste für Deutschland und andere wichtige Industrie- und Schwellenstaaten bis 2020. Um die Ausstiegskosten berechnen zu können, wurde für alle betroffenen Länder ein Schuldenschnitt von 60 Prozent bei privaten wie öffentlichen Gläubigern angenommen. Zusätzlich wurde eine Abwertung von 50 Prozent der jeweils neu eingeführten Währungen in den Austrittsländern gegenüber dem Euro unterstellt.
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Quelle und Bearbeiter: Süddeutsche.de/dpa/sana/hgn/gba